Mittwoch, 2. Dezember 2009

Wird 2010 ein hartes Jahr für den Profifotografen ?

Ist es sogar der Anfang vom Ende ?

Ein klares Ja , von meiner Seite !

Warum das so ist, schildere ich mal kurz aus meiner Sicht.

Die Fotohonorare sind seit Jahren nicht mehr gestiegen, nein sie sind gefallen oder wurden zusammengestrichen !

Alles was nicht ( Brand ) aktuell ist kannst du heute über jede Popelagentur für einen Appel und nen Ei erwerben...und das wird sich NIE mehr ändern !

Selbst bei aktuellen Geschehnissen ( Brände , Katastrophen, Unfälle , Verbrechen ) ist der Bürgerjournalist schon vor Ort und wenn nicht der, dann Fotografiert die Polizei oder die Feuerwehr selbst und stellen diese Fotos den Redaktionen kostenlos zur Verfügung.

Sogar der Markt der Erlkönig Fotografen ( früher eine Elite ) ist zusammengebrochen, dank Fotohandy !

Sparzwang der Zeitungen und Zeitschriften...heute Fotografiert der Redakteur gleich selbst ( dank einfacher Kameras )...Konsequenz....immer weniger Aufträge für freie Fotografen.

Kollegen gibt es keine mehr....alle kämpfen selbst ums Überleben, du wirst betrogen und belogen, jeder versucht den anderen auszustechen....

Chef ich mach das für die Hälfte, ist heute kein seltener Satz in den Redaktionen.

Immer mehr drängen nach....angelockt durch Fotoforen und Bücher wie....Ich werde Reich und berühmt durch meine eigenen Fotos.....In 6 Monaten zum Millionär, knips dich Reich....usw. usw.

Ihr denkt ich überzeichne...nein meine Lieben , ich könnte hier noch einiges mehr aufführen was uns das Leben schwer machen wird, aber es soll jetzt erst mal reichen.

Selbst die Lücken werden immer weniger !


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Kommentare:

  1. Hallo Horst,

    sehr schöner Beitrag mit dem du vollkommen Recht hast.
    Das Geschäft mit der Fotografie wird sicherlich immer schwerer.
    Es fängt bereits beim "einfachen" Portraitfotografen an. 90% der Portraits kommen heutzutage nicht mehr aus dem Studio sondern werden von Bekannten mit der kleinen Digitalkamera gemacht.
    Die Begründung ist einfach, es ist um einiges günstiger und die Qualität (obwohl um ein vielfaches schlechter) reicht den Leuten vollkommen aus.
    Ähnlich ist es bei Pressefotografen. Warum teure Fotografen bezahlen wenn doch sowieso jeder Zuschauer mit seinen Fotohandy Fotos macht und danach stolz ist wenn sein Foto gedruckt wird.
    Wenn den Redaktionen die Qualität des Handys ausreicht kann man leider nichts machen.

    Fotografie ist vom Handwerk zu einer massen Freizeitbeschäftigung geworden und dementsprechend ist das Ansehen auch immer weiter gesunken.

    Es wird eben immer wichtiger Nischen zu finden und diese zu nutzen. Man muss akzeptieren das sich der Markt verändert.

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  2. Ich denke, eine "Nische" ist für uns Professionellen auch das Thema Workshops.

    Das mache nicht nur ich, auch die Kollegen Rainer Jörger und Stefan Kälberer haben das im Angebot.

    Das ist die Möglichkeit, auch von den Hobbyisten was zu haben. Und die von uns, den oft belächelten "Alten". Wir bringen ihnen bei, wie Fotografieren geht. Wir bilden den Microstock-Nachwuchs aus. ***grins***

    Und wir sind auch darin bestimmt besser als jedes Forum und jedes Blog.

    Wir nehmen die "Tüte" in die Hand, um unseren staunenden "Lehrlingen" zu zeigen, wie man auf den Kaisermantel anlegt. Und dann dürfen die und wir sagen ihnen, was sie alles falsch machen. Und werden dafür auch noch bezahlt!

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  3. Als ich im März 2008 anfing, Bilder auf Alamy hochzuladen, lag der Alamy-Bildbestand zwischen 12 und 13 Millionen. Ende 2008 war er bei 14,4 Millionen, jetzt, Anfang Dezember 2009, ist er bei 17,3 Millionen Fotos.

    Im Amateurbereich werden allein bei "flickr" pro Minute weltweit zwischen 3.000 und 5.500 Bilder hochgeladen. Nimmt man als Mittelwert "nur" 3500 Photos, so ergibt das dann Tag für Tag 5 Millionen Photos!
    Selbst wenn davon 97 Prozent Schrott sind, bleiben 150.000 gute Fotos pro Tag ! Das bedeutet, hier akkumuliert sich ein Potential von 4,5 Millionen guter Bilder pro Monat oder fast 55 Millionen pro Jahr!!

    Wer wird dieses Potential abschöpfen und auf welche Weise?

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  4. Ich hab mal gehört: Wenn das Jammern aufhört, fängt der Erfolg an.

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  5. Zitat: "Ich hab mal gehört: Wenn das Jammern aufhört, fängt der Erfolg an."

    Welcher Erfolg ist damit gemeint? Der Verkauf von hundert Fotos im Monat zu 36 Cent "Erlös"?

    "Als Billiger Jakob wird ein Händler, der Waren minderer Qualität meist auf Märkten zu Niedrigpreisen anbietet, bezeichnet. Der Name Jakob bezieht sich auf den heiligen Jakobus, dessen Gedenktag der 25. Juli ist. Um diesen Tag herum gab und gibt es viele Märkte und Feste. Der Billige Jakob ist ein Händler, der an solchen Märkten seine Waren günstig verkauft." (Quelle: Wikipedia)

    Den kenn' ich noch gut aus meiner Kindheit von den Jahrmärkten. Meine Kindheit, das heißt 50-er Jahre. Als man - jedenfalls meine Eltern - nicht viel Geld in der Tasche hatte. Weil man zwar fleißig war, aber wenig verdient hat. Das berühmte "Deutsche Wirtschaftswunder" ließ sich noch Zeit.

    Ich fühle mich heutzutage in fataler Weise daran erinnert.

    Und wenn Daimler Benz die C-Klasse teilweise in die USA verlagert, das Herkunftsland des Microstock und der "working poor", dann haben wir wieder einige Arbeitslose mehr, die kein Geld in der Tasche haben und vielleicht als erstes ihr Zeitungs-Abonnement abbestellen.

    Was will ich damit sagen?

    Wenn immer mehr immer weniger in der Tasche haben und wenige immer mehr, dann klappt das nicht, daß jeder in einem bescheidenen Wohlstand leben kann.

    Ich rufe auch laut im dunklen Wald: "An der Spitze ist immer Platz!"

    Die Rechnung von Peter Molz ist ja nicht uninteressant (auch wenn sie uns gleichwohl die Frage nicht zu beantworten vermag, ob wir nicht bald alle zum Insolvenzverwalter gehen).

    Aber sie verdeutlicht uns auch gleichwohl, daß die unendliche Masse verfügbarer Fotos den Wert des Einzelbildes des einzelnen Fotografen drückt.

    Ich sehe, wie Christian Gölß, nur die Chance, daß man ein Angebot in petto hat, das es so sonst nicht an jeder Ecke gibt.

    Eine Chance, aber noch lange keine Garantie für den Erfolg.

    Und den "Finger in die Wunde legen", das heißt noch lange nicht jammern. Wenn das nämlich so wäre, dann wären der BVPA, der DJV oder Freelens richtige "Jammervereine".

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